Sonderstudie des Münchner Kreises befragt Digitalisierungsexperten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie

In dieser Corona-Sonderbefragung zur Zukunftsstudie des Münchner Kreises wurden 211 Digitalisierungs-, Technologie-, und KI-Experten aus Deutschland befragt. Die Teilnehmenden kommen zu 52 % aus großen Unternehmen mit mehr als 1000 MitarbeiterInnen. Die Branchen „IT/Telekommunikation“ (30%) und „Unternehmensdienstleistungen (z. B. Beratung, Agenturen)“ (17%) sind unter den Befragten besonders stark vertreten. KMU sind also nicht mehrheitlich in der Stichprobe vertreten und zur Bewertung der Ergebnisse sollte man die beiden stark repräsentierten Branchen und deren Perspektive auf die Fragen im Hinterkopf behalten. 

Bei der Auswertung zur Frage, welche Branchen aus Expertensicht langfristig eher zu den Gewinnern oder eher zu den Verlierern der Corona-Pandemie gehören, kann man folgende Branchen eher zu den Gewinnern zählen: „IT & Telekomunikation“, „Gesundheit“, „Chemie/Pharmabranche“ sowie „Bildung“. Ein unklares Bild zeichnen die Ergebnisse für die folgenden Branchen: „Transport/Verkehr“, „Versicherungen“ sowie „Banken“. Eher zu den Verlierern werden gezählt: „Kultur-/Kreativwirtschaft“, „Tourismus/Freizeit“, „Automobil“, „Gastronomie“ sowie „Luftfahrt“. 

Auf die Frage „Wo spüren Sie – ausgelöst durch die Corona-Pandemie – aktuell die größten Veränderungen in Ihrer Organisation?“ antworteten 79% der Experten mit „Interne Kommunikation (z. B. Webkonferenzen, digitale Tools)“, 35% mit „Zusammenarbeit und Verhalten der Mitarbeiter, Umgang miteinander“ und 30% mit „Kundenkommunikation (z. B. neue Kanäle, intensiverer Austausch über Social Media)“. 

Gefragt, welche Trends auch nach der Corona-Pandemie Bestand haben werden, erhielten diese vier von der Mehrheit Zustimmung: „Virtual Conferencing“ (85%), „Homeoffice“ (84%), „Gestiegenes Bewusstsein für Infektionen/Krankheiten“ (70%) und „Virtuelle Bildungsangebote (z.B. virtueller Museumsbesuch)“ (54%). Auch bei einer Frage speziell zu „New Work“ antworteten die Experten ähnlich. Sie stimmten deutlich zu, dass das Arbeitsleben langfristig zeitlich und räumlich flexibler und mit dem Privatleben neu austariert wird. Außerdem werden langfristig Konferenztools integraler Bestandteil der täglichen Arbeitsroutinen und bisherige Präsenzformate virtualisiert. 

Die Experten rechnen mehrheitlich mit einer „Überwindung der Folgen der Corona-Pandemie für Ihre Organisation“ im Jahr 2021 (53%). Jeweils 20 % rechnen damit schon im Jahr 2020 oder erst später als 2021. Niemand gab an, dass seine/ihre Organisation die Folgen z.B. aus Konkurs oder Umstrukturierung wohl nicht überwinden wird. 

Die wichtigste einzelne Zahl der Studie ist wahrscheinlich diese: 92 % der Befragten glauben, dass diese Krise zu einer Beschleunigung der betrieblichen digitalen Transformation führt. 

Weitere Informationen der Sonderbefragung zur Zukunftsstudie von Münchner Kreis, Bertelsmannstiftung und TUM Campus Heilbronn gGmbH finden Sie hier:

https://www.muenchner-kreis.de/fileadmin/dokumente/_pdf/Zukunftsstudien/2020-07-23_MK_Sonderstudie_Corona_Begleittext_final.pdf ,

https://www.muenchner-kreis.de/fileadmin/dokumente/_pdf/Zukunftsstudien/2020-07-23_ZukunftsstudieVIII_Sonderstudie_Corona_final.pdf

 

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