Verbandsumfrage zeigt die Trends in der Weiterbildung

Der Weiterbildungsverband stellt die Ergebnisse seiner Mitgliederbefragung vor. Nach Jahren mit positivem Geschäftslageindikator fällt dieser durch die Corona-Pandemie das erste Mal seit der Finanzkrise 2009 wieder negativ aus. Die Weiterbildungsdienstleister schätzen ihre wirtschaftliche Lage als bedrohlicher ein, als während der Finanzkrise. Die Weiterbildungsdienstleister rechnen auch nach den Corona bedingten Lockerungen mit erheblichen Einbrüchen im laufenden Jahr 2020 sowie im Folgejahr 2021. 

Trends bei offenen Seminaren:

Die Mitglieder der Wirtschaft gehen davon aus, dass sich das Angebotssegment „offen angebotener Seminare“ in einem Veränderungsprozess befindet und die Digitalisierung hier für erhebliche Veränderungen sorgen wird. Die Integration digitaler Lernelemente ist aktuell noch nicht bei allen offenen Seminaren ein Standard. Die befragten Anbieter sehen hier vor allem die Notwendigkeit, für die Teilnehmenden digitale Vernetzungsangebote z.B. auf Lernplattformen und Lernmanagementsystemen bereitzustellen

Immerhin ein Drittel aller befragten Dienstleister geht davon aus, dass die COVID-19-Pandemie die Nachfrage nach offen angebotenen Seminaren nachhaltig beeinträchtigen wird und dass die Bildungsangebote vollständig in virtuellen Räumen stattfinden könnten

Trends Digitalisierung:

Die Digitalisierung ist weiterhin der herausragende Entwicklungsmotor in den Unternehmen. Die Veränderungen betreffen nahezu alle Geschäftsprozesse und führen zu einem hohen Qualifizierungs- und Lernbedarf bei den Unternehmen. Corona hat den Modernisierungsdruck in vielen Unternehmen noch deutlich verstärkt. Die befragten Weiterbildungseinrichtungen gehen mit großer Mehrheit davon aus, dass die mobilen Arbeitsformen eine Digitalisierung der betrieblichen Weiterbildung unumgänglich machen

Fast alle der befragten Weiterbildungsanbieter gehen davon aus, dass die Betriebe ihre Formate an die Lerngewohnheiten der verschiedenen Generationen anpassen müssen, d.h. ggf. auch verschiedene Formate anbieten. Sie gehen davon aus, dass vor allem jüngere Generationen digitale Lernangebote bevorzugen. 

Für die Weiterbildungsdienstleister ergibt sich hier die Herausforderung, dass neue und digitale Formate andere Qualifikationen beim Weiterbildungspersonal erfordern. Die Anbieter stehen dabei selbst vor der Aufgabe, die digitale Transformation in ihrem Angebot und auch bei ihrem eigenen Personal beschleunigt umzusetzen. Die Rahmenbedingungen der COVID-19-Pandemie haben hier den Innovationsdruck noch deutlich erhöht. 

Die technologische Entwicklung bietet die Möglichkeit, neue Weiterbildungsformen und -instrumente zu entwickeln. Die COVID-19-Pandemie, Homeoffice und mobile Arbeitsformen haben die Voraussetzungen, diese Produkte am Markt zu etablieren, erheblich verbessert. Es ist zu erwarten, dass digitale Bildungsangebote in Zukunft deutlich wichtiger werden und immer häufiger auch in Präsenzformate integriert werden.

Die höchste Bedeutung für die Zukunft wird dem Microlearning beigemessen, bei denen Lernangebote in kleinen Formaten (Kurzvideos, Texte, Bilder etc.) auf Wissensplattformen angeboten und jeweils im Arbeitsprozess abgerufen werden können. Ein Schlüsselfaktor ist dabei auch die Integration verschiedener Lernformen und die Ansprache unterschiedlicher Sinneskanäle (Audio, Video, Feedback-Systeme). Auch die Entwicklung virtueller Umgebungen in denen z.B. Arbeitsabläufe simuliert werden und unmittelbar Feedback integriert wird, wird als sehr zukunftsträchtig eingeschätzt.

Der hohe und durch Corona noch verstärkte Innovations- und Digitalisierungsdruck rückt auch den Bedarf an Kooperation mit Software- und Technologieanbietern sowie Mediendienstleistern und Produktionsfirmen in den Vordergrund. 

Die Weiterbildungsdienstleister rechnen damit, dass digitale Plattformen zukünftig ein bedeutender Vertriebsweg für Weiterbildungsdienstleistungen sein werden. 

Die Weiterbildungsdienstleister sprechen sich mehrheitlich dafür aus, dass es weiterhin eine Vielfalt branchen- und zielgruppenorientierter Plattformen geben soll und erteilen damit einer Zentralisierung in einer staatlichen Plattform, wie sie zum Teil von Seiten der Politik vorgeschlagen wurde, eine Absage. Sie halten darüber hinaus mehrheitlich auch den Aufbau einer staatlichen Weiterbildungsplattform für berufliche Weiterbildungsangebote für keinen erfolgsversprechenden Weg, um die Beteiligung an beruflicher Weiterbildung zu erhöhen. Den Weiterbildungsdienstleistern ist es darüber hinaus besonders wichtig, dass sie als Wissensunternehmen unabhängig von den Plattformanbietern bleiben. Sie rechnen nicht damit, dass große Mediendienstleister wie z.B. Amazon oder Google den Markt für Bildungsplattformen beherrschen werden, sondern gehen davon aus, dass auch für Plattformen die branchen- und zielgruppenspezifische Pluralität der Weiterbildung erhalten bleibt. 

Hier finden Sie das Originaldokument zur Umfrage des Wuppertaler Kreis e.V. Bundesverband betriebliche Weiterbildung: 

http://www.wkr-ev.de/trends20/wktrends2020.pdf

 

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