Die Digitalisierung befindet sich weiter im Aufwärtstrend

Dies bestätigt der Digital-Index 2020/2021 der Initiative D21. Seit 2014 liefert der Index ein umfassendes jährliches Lagebild zum Digitalisierungsgrad der Gesellschaft in Deutschland. Ziel ist es, die digitale Gesellschaft besser zu verstehen, weitere Entwicklungen abzuschätzen und Bedarfe sowie Fortschritte in der Gesellschaft zu identifizieren. Dabei berechnet sich der Digital-Index als Kennzahl (zwischen 0 und 100) anhand der unterschiedlich gewichteten Dimensionen Zugang, Nutzungsverhalten, Kompetenz und Offenheit.   Im Jahr 2020/2021 wurden drei weitere thematische Schwerpunkte im Zuge der Corona-Krise thematisiert: 1) digitales Arbeiten, 2) digitale Bildung und 3) digitale Gesundheit.

Insgesamt befindet sich die Digitalisierung weiter im Aufwärtstrend. Der Digital-Index steigt auf 60 Punkte an. Haupttreiber des diesjährigen Anstiegs sind die Bereiche Zugang und Nutzungsverhalten. Dem Index zugrunde liegt die Befragung der deutschen Grundgesamtheit, d.h. alle Einwohner ab 14 Jahre. Mittels computergestützten Interviews wurden dabei etwas über 16.000 Menschen befragt.

Ergebnisse im Überblick

Derzeit sind 88% der deutschen Bevölkerung online, davon 80% auch mobil. Die Gesamt-Internetnutzung steigt kontinuierlich an. Ein Blick auf die Bundesländer zeigt, auf den ersten drei Plätzen mit über 90% Internetzugang liegen Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die meisten Bundesländer liegen immerhin bei einer Internetnutzung über 85%. Auch in den östlichen Bundesländern nimmt die Nutzung weiterhin zu und liegt nun fast überall höher als 80% – jedoch konnten auch 2020 die östlichen Bundesländer nicht an das Niveau der westlichen Länder anknüpfen.

Beim Nutzungsverhalten zeigt sich eindeutiger Zuwachs bei allen digitalen Anwendungen. Besonders die Nutzung von Streaming-Diensten, digitale Lernangebote und Sprachassistenten steigt. Zu den Top-Anwendungen zählen Online-Shopping (78%), Instant-Messaging Dienste (76%) und Online Bezahlen (64%). Mehr als drei Viertel der deutschsprachigen Bevölkerung nutzen soziale Medien; auch Kommunikations- und Unterhaltungsmedien wachsen deutlich an.

Insgesamt überwiegt die positive Grundstimmung in Bezug auf den Einfluss der Digitalisierung auf das eigene Leben. Ungefähr die Hälfte der deutschsprachigen Bevölkerung ist überzeugt, dass sie persönlich von der Digitalisierung profitieren. Gerade im beruflichen Umfeld ist die Digitalisierung unabdingbar. Drei Viertel der Befragten halten Grundkenntnisse der Digitalisierung für eine notwendige Voraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt überhaupt eine Chance zu haben.

Mit zunehmenden Alter sinkt auch der Digitalisierungsgrad. Bildung bzw. Einkommen und digitale Souveränität stehen in positivem Zusammenhang: je höher die formale Bildung/das Einkommen, desto höher ist auch der Digitalisierungsgrad. Dies verdeutlicht gleichzeitig auch die digitale Spaltung der Gesellschaft.

Fazit und Handlungsempfehlungen

Digitale Kompetenzen sind entscheidendes Rüstzeug für die digitale Transformation – das Leben und die Gesellschaft werden immer digitaler. Die schnelle Digitalisierung aller Lebensbereiche ist für alle ein stetiger und herausfordernder Lernprozess. Hier sind ein souveräner und somit selbstbestimmter Umgang und die Reflexion der gesellschaftlichen Auswirkungen durch die Digitalisierung wichtig.

Als Gesellschaft ist es durchaus wichtiger geworden, sich gegenseitig bei der Digitalisierung zu unterstützen. Politik, Vereine, aber auch die Wirtschaft sind hier angesprochen, niedrigschwellige Angebote zu schaffen bzw. weiter auszubauen.

Mehr Informationen zur Studie:

https://initiatived21.de/d21index/

Zur vollständigen Studie gelangen Sie hier:

https://initiatived21.de/app/uploads/2021/02/d21-digital-index-2020_2021.pdf

 

Quelle: D21 Digital Index 2020/2021

 

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