Prof. Willingmann will mehr Digitale Geschäftsmodelle in Sachsen-Anhalts KMU

Digitale Geschäftsmodelle – Eine Grundlage für Innovationen in kleinen und mittleren Unternehmen

„Die meiste Zeit diskutieren wir über den Breitbandausbau. Dieser ist aber nur die notwendige Voraussetzung für das, was wir dann in Sachsen-Anhalt benötigen: Digitale Geschäftsmodelle.“ Mit diesen Worten leitete Prof. Dr. Willingmann die Veranstaltung am Montag den 18. Juni in der Halber85 in Magdeburg ein. 

Nach einer kurzen Begrüßung übergab er das Mikrophon an den Staatssekretär Herr Wünsch. Dieser stellte die beiden neuen Förderinititativen des Landes digital:innovation und digital:creativity vor. Mit Hilfe der beiden Initiativen werden jeweils 7 Mio. bzw. 7,2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Die maximale Fördersumme beläuft sich auf 70% (max. 70.000 €) bzw. 130.000 €. Weiterhin klärte er über die aktuelle Entwicklung der Digitalisierung in Sachsen-Anhalt auf. Ein Drittel aller Unternehmen beschäftigt sich aktuell mit der Digitalisierung und 1/3 aller Unternehmen hat bereits ein Digitalisiserungsprojekt abgeschlossen. Außerdem plant das Land rechtliche Rahmenbedingungen und Ökologien für Start-Ups in Form der Förderung von Co-Working Spaces zu schaffen. Damit möchte das Land die Konvergenz zum bundesdeutschen Durchschnitt schließen.

Prof. Dr. Leich, Leiter des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 in Magdeburg, präsentierte an dem Abend die aufkommen bzw. auch nicht mehr relevanten Fragen zum Thema Digitalisierung. Die Datenschutzgrundverordnung verunsichere UnternehmerInnen äußerst und wirft den Mittelstand „fünf bis 10 Jahre zurück“. So werden „Investitionen gestoppt“, weil Zeit für die Umsetzung der in der Verordnung festgelegten Regeln geopfert werden muss. Er stellte fest, dass die EU technologisch weit abgeschlagen hinter Asien und den USA liegt und auf einem vergleichbaren Niveau mit Afrika ist. Als deutscher Digitalisierungstreiber sticht zudem lediglich SAP hervor. Jedoch merkte er an, dass die Automobilindustrie ein sehr wichtiger Treiber für digitale Technologie ist. Hier sieht er große Chancen für die deutsche Industrie

 

Agenda

Prof. Dr. Willingmann
Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen Anhalt

Begrüßung und Einleitung

Herr Thomas Wünsch
Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt

Vorstellung der Förderinitiativen digital:innovation und digital:creativity

Prof. Dr. Thomas Leich
Leiter des Kompetenzzentrums Mittelstand 4.0 in Magdeburg

Vorstellung der Aufgaben des Kompetenzzentrums, der Situation und Wünsche zur weiteren Verbesserung

Stefan Haberkorn
Geschäftsführer VISUALIMPRESSION

Vorstellung seines Unternehmens – gefördert durch die Förderinitiative digital:creativity

 

Als geläufige „Ausreden“ die digitale Transformation nicht im eigenen Unternehmen anzugehen, nannten UnternehmerInnen vorrangig die fehlende Zeit durch die gute Auftragslage, die DSGVO sowie der IT-Fachkräftemangel. Außerdem sehen einige weiterhin keinen Nutzen der Digitalisierung für Ihr Unternehmen. 

Anschließend nannte er Gründe, warum Sachsen-Anhalt gute Voraussetzungen aufweist, um den Weg in die digitale Zukunft erfolgreich zu meistern. Zum einen besitzt Sachsen-Anhalt im Landesvergleich noch eine sehr gute Förderlandschaft für Unternehmen. Durch die wirtschaftliche Strukturierung kleiner und mittlerer Unternehmen in Sachsen-Anhalt sind diese noch gut an neue Prozessstrukturen anpassbar. Diese weisen zudem meist geringe IT-Altlasten auf, welche Innovationspotentiale hemmen würden. Außerdem merkte er an, dass Sachsen-Anhalter digitaler ist als das Land wahr genommen wird. Hier nannte er, dass viele Unternehmen Ihren Wettbewerbs- und Standortfaktor nicht riskieren wollen und aus diesem Grund „unter dem Radar bleiben“ wollen.

Abschließend äußerte Prof. Dr. Leich seine Wünsche für das weitere Vorgehen. So würde er sich eine Vorbildrolle der öffentlichen Verwaltung wünschen. Außerdem kritisierte er, dass die Digitale Agenda ohne Anreizsysteme für Unternehmen im Verwaltungsapparat versanden wird. Zudem wünscht er sich eine höhere Risikobereitschaft und fragte offen: „Hätten Google oder Facebook bei Ihrer Gründung eine Förderung in Sachsen-Anhalt bekommen?“.

Abschließend berichtete Herr Stefan Haberkorn, Geschäftsführer der Firma VISUALIMPRESSION. Als ehemaliger Empfänger der bisherigen Förderinitiativen des Landes berichtet er über sein digitales Angebot.

 

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