Praxisbeispiel: Mit KI zum Wettbewerbsvorteil – Apel Augenoptik GmbH

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Apel Augenoptik GmbH

Augenoptik

Kleines Unternehmen

Altmarkkreis Salzwedel

Dienstleistung, Kundenbetreuung

Im Einsatz bzw. in der Erprobung

Die Apel Augenoptik GmbH – ein mittelständisches familiengeführtes Unternehmen, dass seit über 60 Jahren seinen Sitz in Salzwedel hat und vier weitere Filialen in Gardelegen, Klötze, Osterburg und Haldensleben betreibt.

Das Unternehmen bietet neben der Sehstärkenmessung und entsprechender Sehhilfenberatung im Rahmen einer Augengesundheitsvorsorge die sogenannte Fundusbetrachtung an:

Über eine hochauflösende Kamera werden Aufnahmen des Augenhintergrundes angefertigt. Die Aufnahmen sowie einige weitere Erhobene Daten werden zur Auswertung über ein Portal mithilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) ausgewertet, die den Vergleich mit einer großen Anzahl von Fundusdaten ermöglicht und zudem Anomalien sowie Sonderfälle erkennt.

Die Apel Augenoptik GmbH testet dafür momentan die Portale zweier Dienstleister, welche die Auswertung der eingegebenen und gemessenen Daten übernehmen. Die Dienstleistungen der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich zum einen in der Schnelligkeit und Qualität der Auswertung, aber auch im Preis.

Leider ist es in Deutschland noch nicht gelungen die Krankenkassen bei den Untersuchungen heranzuziehen, wie es bspw. bereits in der Schweiz der Fall ist. Neben der Investition für die Anschaffung der Funduskamera liegen die Kosten für die Untersuchung beim Endkunden. Die Auswertung „auf Knopfdruck“ funktioniert jedoch so nicht. Geschultes Fachpersonal bleibt unersetzlich, da viele verschiedene Parameter berücksichtigt werden müssen. Die Kunden erhalten dann eine ausführliche Auswertung in Form eines Ckeck-up-Heftes und der gemeinsamen Besprechung der Ergebnisse mit dem Augenoptiker. So kann der Augenoptiker individuelle Tipps geben, z.B. zur richtigen Augenpflege, Bewertzung eines Herzinfark- oder Diabetesrisikos oder der Empfehlung einen Augenarzt bzw. entsprechenden Facharzt aufzusuchen.

„Man merkt oft sehr spät, dass man an einer Augen-krankheit erkrankt ist.“

Daher kann die Untersuchung auch als Präventionsmaßnahme gesehen werden. Etwa ab dem 40. Lebensjahr empfiehlt sich die Untersuchung alle zwei Jahre. Schließlich können nicht nur Augenkrankheiten, wie z.B. der grüne Star entdeckt werden, sondern auch Hinweise auf Diabetes oder ein Herzinfarktrisiko.

Der Mehrwert durch den Einsatz dieser Technologien zeigt sich nicht nur für das Augenoptikunternehmen selbst, sondern auch für Kunden und Augenärzte, vor allem in ländlichen Regionen. Kunden sparen sich ggf. den Weg zum Augenarzt und Augenärzte könnten entlastet werden, indem „gesunde“ Patienten bereits vorselektiert werden.

Das Screening ersetzt jedoch keine medizinisch notwendigen Untersuchungen beim Augenarzt.

Für eine konsequente Kooperation mit den Augenärzten sei jedoch noch viel Aufklärungsarbeit notwendig, so Steffen Reinke, Geschäftsführer der Apel Augenoptik GmbH. So entwickelte er mit Studenten aus Magdeburg eine Projektidee für den Bereich der optometrischen Sehberatung, welches der Akzeptanz- und Kompetenzentwicklung dienen soll. Durch ein entsprechendes Marketing findet das Screening bereits immer mehr Anklang.

Die medizinische Kompetenz in der Augenoptik stellt einen großen Wettbewerbsvorteil gegenüber Online-Händlern dar. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben, will das Unternehmen sich außerdem weiterer digitaler Ansätze bedienen, um das verschiedene Leistungen noch kundenspezifischer Gestalten zu können:

  • Auf der Website wurde bereits eine digitale Brillenanprobe
  • Perspektivisch sollen VR/AR-Technologien zur Simulation verschiedener Brillengläser zum Einsatz kommen, etwa um Gleitsichtgläser auszuprobieren. Erste Aktivitäten mit der VR-Brille zeigten jedoch, dass noch an der Akzeptanz solcher Technologien gefeilt werden muss. Die Anwendung wird daher momentan eher noch für Events genutzt.
  • Auch der 3D-Druck bietet Potenziale für die Augenoptik. So können bereits individuelle Brillen, die nicht dem Normalmaß entsprechen angefertigt werden.

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Weitere Informationen unter: www.augengesundheitsvorsorge.de

Quelle: Gespräch mit Steffen Reinke, Geschäftsführer der Apel Augenoptik GmbH

Bildquellen: Apel Augenoptik GmbH

 

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