Studie berechnet Einsparpotentiale und Klimaeffekte der Digitalisierung

Studie berechnet Einsparpotentiale und Klimaeffekte der Digitalisierung

 

Das Klimaziel der Bundesregierung ist es, dass Deutschland im Jahr 2030 noch 543 MT CO2e (Megatonnen Kohlenstoffdioxidäquivalente) ausstößt. Auf dem Weg dahin liegt Deutschland für das Jahr 2019 bei 805 MT CO2e. Diese von Accenture für Bitkom durchgeführte Studie rechnet damit, dass digitale Technologien nach Abzug von selbstverursachten Emissionen ein Einsparpotential von netto 33% bis 49% zu den von 2019 bis 2030 zu reduzierenden 262 MT CO2e beitragen können. Wie digitale Technologien das schaffen könnten, wurde in den sieben größten Anwendungsbereichen näher untersucht, die zusammen 95% der Emissionen im Jahr 2019 abdeckten. Für jeden Bereich wurden Technologien zur Erfassung, Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Informationen berücksichtigt. Dann wurde die Marktdurchdringung dieser Technologien im Jahr 2030 prognostiziert und ihr Reduktionspotential auf die Emissionen des Bereichs berechnet. Die wichtigsten Anwendungsbereiche nach ihrem Einsparpotential in absteigender Reihenfolge sortiert sind die folgenden:

 

Anwendungsbereich 1: Industrielle Fertigung

Hier wird ein Reduktionspotential von zusammen 10-16% der Primärenergie einerseits durch Automatisierung in der Produktion und andererseits durch den Einsatz von Digitalen Zwillingen erwartet. Mit digitalen Zwillingen ist die Simulation von physischen Produkten und Prozessen über den gesamten Produktionsprozess (Design, Prototypen, Produktion) gemeint. Sie minimiert den Einsatz von Ressourcen. 

 

Anwendungsbereich 2: Mobilität

Durch Verkehrsteuerung & Optimierung (z.B. durch GPS und Sensoren), Intelligente Logistik und vernetztem Individualverkehr (Carsharing, Ridesharing) könnten potentiell 8-13% der Emissionen in diesem Sektor vermieden werden. Eine Intelligente Logistik meint z.B. eine automatisierte Frachtoptimierung, durch die Volumen- und Gewichtskapazitäten von LKWs ausgeschöpft werden. 

 

Anwendungsbereich 3: Energie

Mit Smart Grids, welche die Netzeffizienz erhöhen und mit effizienterer Produktion von erneuerbaren Energienkönnten potentiell 8-10% der Emissionen im Energiesektor vermieden werden. Die Produktion von erneuerbaren Energien kann durch datengesteuertes Anlagenmanagement oder durch Technologien, welche den Zustand von Anlagen überwachen insgesamt ressourceneffizienter gemacht werden (daran wird beispielsweise in Sachsen-Anhalt im Netzwerk InDiWa gearbeitet)

 

Anwendungsbereich 4: Gebäude

Smart Homes und Vernetzte Gebäude, also automatisierte Energiemanagementtechnologien wie z.B. Smart Meter, können in kommerziellen, öffentlichen und Wohngebäuden den Primärenergiebedarf reduzieren, indem sie die Regulation von Geräten an sich verändernde Bedingungen und menschliche Verhaltensmuster anpassen. Zusammengenommen könnten so 8-10% der Energieemissionen für Gebäude vermieden werden. 

 

In die vorgestellten Potentiale zur Effizienzsteigerung sind Rebound-Effekte noch nicht einbezogen. Demnach führen Effizenzsteigerungen zu vermehrter Nachfrage bzw. gesteigerter Nutzung. Wie groß Rebound-Effekte sein werden, lässt sich kaum verlässlich vorhersagen, und bleibt in dieser Studie letztlich ein großer Unsicherheitsfaktor für die prognostizierten Treibhausgas-Reduktionen. 

 

 

Quelle: https://www.bitkom.org/sites/default/files/2021-03/bitkom_studie_klimaeffekte-der-digitalisierung_final_210318.pdf