Digitalisierung und Homeoffice in der Corona-Krise – Sonderanalyse zur Situation in der Arbeitswelt vor und während der Pandemie

Im Auftrag der DAK-Gesundheit untersuchten die Institute IGES und Forsa Zusammenhänge von Corona-Krise, Digitalisierung der Arbeitswelt sowie Gesundheit von Beschäftigten. Das Besondere an dieser Studie ist, dass es sich um eine Vorher-Nachher-Messung handelt, laut DAK-Pressemitteilung ist es sogar die einzige zu Digitalisierung und Homeoffice. Die Pandemie wurde natürlich nicht vorausgeahnt. Es handelt sich vielmehr um einen Glücksfall, dass die Forschenden bereits im Dezember 2019 ein Befragungs-Panel rund um die Digitalisierung am Arbeitsplatz erhoben haben.

Durchgeführt wurde die Studie mit einer repräsentativen Stichprobe von abhängig beschäftigten Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren. Von den n = 7054 Befragten vor der Pandemie (13. Dez. 2019 bis 6. Jan 2020) nahmen n = 5845 auch an der zweiten Befragung nach Beginn der Pandemie (21. Apr. Bis 5. Mai 2020) mit insgesamt n = 7226 Befragten teil.

 

Ergebnisse

Während der Pandemie verdoppelt sich der Anteil derer, die mindestens mehrmals wöchentlich an Telefon- und Videokonferenzen teilnehmen von vorher 17% auf 35%. Der Anteil derer, die während der Krise regelmäßig (auch) im Homeoffice arbeiten stieg von vorher 18% auf 39%. Gleichzeitig wird die Digitalisierung bei der Arbeit während der Krise von deutlich mehr Erwerbstätigen (48%) als eine Entlastung oder von großem Nutzen empfunden als vor der Krise (35%). 

Für mehr als die Hälfte (57%) der befragten Beschäftigten trifft es genau oder eher zu, dass ihr Arbeitgeber die Möglichkeiten sprunghaft ausgeweitet hat, über digitale Arbeitsmethoden im Homeoffice zu arbeiten. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen, wie in folgender Abbildung zu sehen ist.

Ein weiteres Thema sind gesundheitliche Auswirkungen der Corona-Krise. Auch hier können Daten von vor und während der Krise verglichen werden. So gaben im Dezember 21% der Beschäftigten an, „meistens“ oder „die ganze Zeit“ gestresst zu sein. Während der Pandemie im Frühjahr waren es mit 15% fast ein Drittel weniger. Der Anteil derer, die unter Schlafproblemen leiden veränderte sich zwischen den Befragungen nicht. 

 

Die wohl interessanteste Zahl ist wohl, dass 77% der Beschäftigten, die erst in der Corona-Krise regelmäßig im Homeoffice gearbeitet haben, gerne weiter zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice arbeiten würden. 

 

Fazit 

Die Studie kann durch ihre zwei Befragungszeiträume im direkten Vergleich die sprunghafte Zunahme von mobilen digitalen Arbeitsformen zeigen. Die im Homeoffice Beschäftigten sehen neben den Nachteilen, wie dem erschwerten Kontakt zu Vorgesetzten und Kollegen, meist Vorteile in der Arbeit im Homeoffice, wie höhere Produktivität und insgesamt mehr Zeit für Familie. Deswegen wollen viele diese Arbeitsform zumindest teilweise fortführen. 

 

Quelle: IGES und Forsa im Auftrag der DAK-Gesundheit 

https://www.iges.com/kunden/gesundheit/forschungsergebnisse/2020/arbeitswelt-und-corona-krise/index_ger.html , https://www.dak.de/dak/bundesthemen/sonderanalyse-2295276.html#/

 

 

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