Digitalisierung der Wirtschaft – Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie von Bitkom

Für diese Studie von Bitkom Research wurden n = 606 Unternehmen mit mehr als 19 Mitarbeitenden im November 2020 zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Digitalisierung ihrer Unternehmen telefonisch interviewt. Die Befragung ist nach Angaben von Bitkom repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.

Die Autorenschaft der Studie konstatiert, dass die Corona-Pandemie die deutsche Wirtschaft hart treffe. So geben zusammengenommen 69% der Unternehmen an, bislang „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“ durch die Corona-Pandemie gekommen zu sein. Wegen der Corona-Pandemie Insolvenz anmelden zu müssen, halten zusammengenommen 32% für eher oder sehr wahrscheinlich. Zusammengenommen 61% der Unternehmen geht davon aus, eher oder deutlich geschwächt aus der Pandemie hervorzugehen. 

 

Besonders interessant sind zwei Vergleiche mit den früheren Umfrageergebnissen von Bitkom. Gefragt, ob sie die Digitalisierung eher als Risiko oder als Chance sehen, antworteten 97% mit „Chance“ zum Befragungszeitpunkt im November 2020. Im April 2020 waren es noch 90% (2019: 91%; 2018: 89%). Es scheint, als würde die Corona-Pandemie den wenigen Zweifel an den Chancen durch die Digitalisierung weiter ausräumen. Der zweite Vergleich betrifft die Selbsteinschätzung der Unternehmen: So sehen sich im November 2020 71% generell „eher als Nachzügler“ beim Thema Digitalisierung. Im April 2020 waren es nur 60% und 2019 nur 55%. Eine naheliegende These dazu ist, dass die Krise bestimmten Unternehmen Defizite besonders deutlich gemacht hat. 

 

Außerdem wurden die Unternehmen nach konkreten Maßnahmen zur Digitalisierung gefragt, die sie aufgrund der Pandemie unternommen haben. Am häufigsten genannt wurden als geplante oder bereits umgesetzte Maßnahmen „Videokonferenzen“ (81%), „Tools zur Digitalen Zusammenarbeit“ (79%), „Anschaffung von Software“ (75%) und „von Hardware (70%) sowie „Einführung von Homeoffice“ (70%). Am seltensten wurden Maßnahmen aus dem Personal-Themenfeld genannt, nämlich „Digitalisierung von Recruiting“ (35%), „Digitale Mitarbeiterevents“ (23%) und „Neueinstellung von Digitalisierungs-Experten“ (9%). Diese Dinge sind möglicherweise für die Unternehmen derzeit schwieriger umzusetzen. 

 

Auf die Frage, ob sich die Investitionen in die Digitalisierung ihres Unternehmens durch die Pandemie verändert hat, antworten die Unternehmen leicht unterschiedlich. In der Tendenz senken die Unternehmen mit vielen Mitarbeitern weniger stark ihre Investitionen, als kleinere Unternehmen. Ob es sich um statistisch signifikante Unterschiede handelt, wird in der Studie nicht berichtet. Es könnte zumindest ein Anhaltspunkt dafür sein, dass große Unternehmen bei der Digitalisierung tendenziell weniger stark durch die Krise gebremst werden. Die Unternehmen die angaben, ihre Investitionen gesenkt zu haben (n=181), wurden zusätzlich zu ihren Gründen gefragt. Die häufigsten genannten Gründe waren „Uns fehlen durch die Corona-Pandemie die finanziellen Mittel.“ (66%), „Wir mussten wegen des Lockdowns Projekte in die Zukunft verschieben.“ (59%) und „Die Existenz unseres Unternehmens war gefährdet, wir mussten andere Prioritäten setzen“ (59%). 

 

Gefragt, welche Ziele sie mit der Digitalisierung verfolgen, wollen fast alle Unternehmen „die generelle Arbeitsfähigkeit (…) in dieser Krise sicherstellen“ (96%), sowie ihr „Unternehmen vorbereiten, um besser durch zukünftige Krisen zu kommen“. Knapp die Hälfte der Unternehmen will sich nachhaltig digitalisieren um sich neue Geschäftsfelder zu erschließen (46%).

 

Auch politische Positionen der Unternehmen wurden abgefragt. So stimmten 94% der Befragten eher oder voll und ganz der Aussage zu, die Politik müsse „massiv in die Digitalisierung des Landes investieren, um künftige Krisen besser zu meistern“. Hohe Zustimmung gab es auch für die Aussagen, Deutschland habe „bei der Digitalisierung den Anschluss an Länder wie die USA oder China verloren“ (83%) sowie „Investitionen in die digitale Infrastruktur müss(t)en die Top-Priorität für die Politik der Bundesregierung sein“ (76%).

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Corona-treibt-Digitalisierung-voran-aber-nicht-alle-Unternehmen-koennen-mithalten

 

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